Mikrokreditförderung von Witwen und Unberührbaren
(Partnerorganisation: Indischer Jesuiten-Orden)
Bittere Armut und Demütigung oder endlich ein selbstbestimmtes Leben:
Nur 90 Euro machen den Unterschied
90 Euro sind bei uns schnell verbraucht. Man kauft sich ein gutes Kleidungsstück – und das Geld ist weg. Oder es reicht womöglich gar nicht dafür. In Indien dagegen können 90 Euro der Beginn einer neuen Existenz sein. Endlich der Beginn eines menschenwürdigen Lebens ! Mit 90 Euro als Startkapital gibt die Indien-Nothilfe den Menschen eine Chance, die sonst nur hilflos zusehen müssen, wie andere im Land immer reicher und reicher werden … wie selbst Ärmere einen bescheidenen Wohlstand aufbauen, während sie selbst keine Chance haben aus dem Elend herauszukommen.

Die Frauen schließen sich zu Selbsthilfe-Gruppen zusammen
und bekommen jeweils 90 Euro als Startkapital. Hiermit
bauen sie Kleingeschäfte auf
Wir sprechen von den Unberührbaren – jenen Indern, die außerhalb des hinduistischen Kastensystems stehen. Als Unberührbarer geboren zu werden … wir glauben, wir Europäer können uns gar nicht vorstellen, was das für einen Menschen bedeutet. Es ist, als ob einem auf die Stirn geschrieben wäre: „Ich bin nichts wert, ich bin Müll, ich bin weniger als ein Wurm auf der Straße.“
Wir sprechen auch von den Witwen: In vielen Gebieten Indiens werden Hindu-Witwen wie Aussätzige behandelt, die alle Rechte von verheirateten Frauen verwirkt haben. Sie stehen am Rande der Gesellschaft, weil sie stigmatisiert werden und die Kastengesetze eine erneute Heirat verbieten.
Die Witwen und Unberührbaren schließen sich in unserem Projekt – betreut durch die Jesuiten – in Selbsthilfegruppen zusammen und bauen mit den zinslosen Startgeldern Kleingeschäfte auf, z.B. Nähstuben, Werkstätten, Milchläden oder Garküchen. So schaffen sie es, sich nachhaltig aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen zu befreien und selbstbestimmt für ihr Leben zu sorgen.

Unberührbare sind die schwächsten Mitglieder
der indischen Gesellschaft. Durch Mikrokredite
können sie sich aus der Armut befreien
Keine Almosen – das Geld wird zurückgezahlt
Früher hat man oft die Erfahrung gemacht, dass Almosen wirkungslos verpuffen. Sobald die Hilfe ausblieb, war alles wieder beim Alten. Doch bei der Mikrofinanzierung werden die Gelder aus den Geschäftsgewinnen in kleinen Raten zurückgezahlt – an eine Gemeinschaftskasse (Revolving Fund). Damit können wieder neue Investitionen getätigt werden. Und das hat noch einen anderen Effekt: Die Menschen können – meist zum ersten Mal im Leben – stolz auf sich sein. „Ich habe es geschafft, meine Arbeit ist etwas wert, ich selbst bin etwas wert !“ Bis Ende 2011 erhielten 700 Frauen Mikrokredite in Höhe von durchschnittlich 90 Euro.
Schulische Unterstützung der Kinder in Abendschulen
Kinder von Witwen und Unberührbaren werden schulisch massiv diskriminiert. Viele verlassen deshalb die Schulen ohne Abschluss. Die schulischen Benachteiligungen dieser Kinder sollen in Abendschulen ausgeglichen werden; die Quote der Schulabbrecher soll verringert werden. 2011 wurden in 27 Abendschulen 889 Kinder nach dem normalen Schulbesuch gefördert.

