Hilfen für Leprakranke
(Partnerorganisation: Indischer Augustinerorden)
Was ist Lepra?
Lepra ist eine Krankheit der Armen. Unterernährung, beengte Wohnverhältnisse und mangelhafte Hygiene begünstigen die Ansteckung mit dem Bakterium. Deswegen ist Lepra vor allem in den Elendsvierteln der „Dritten Welt“ verbreitet.
Wie sieht das Krankheitsbild aus?
Das Lepra-Bakterium befällt die Haut und das Nervensystem. Aufgrund der Gefühllosigkeit der Haut verletzen die Kranken sich leicht , ohne es zu merken. Dann kommt es zu Infektionen und schließlich zu den gefürchteten Verstümmelungen der Hände und Füße. Andere Krankheitsverläufe sind die Lähmung von Gelenken und die Erblindung. Bisher konnte kein Impfstoff gegen Lepra entwickelt werden.

Die Vereinsvorsitzenden besuchen regelmäßig die
Leprakolonie Harshanagar.
Die intensiven persönlichen
Kontakte zu den Kranken ermöglichen gezielte Hilfe für
jeden einzelnen
Soziale Ausgrenzung
Aufgrund von tief sitzenden, irrationalen Ängsten werden Leprakranke und deren Angehörige auch heute noch gesellschaftlich diskriminiert. Kindern von Leprakranken wird in Indien häufig der Schulbesuch verweigert. Außerhalb ihrer Kolonie ist es den Kranken kaum möglich, Arbeit zu finden, da der Kontakt mit ihnen vermieden wird.
Wie hilft die Indien-Nothilfe?
Seit 1998 unterstützen wir die Leprakolonie Harshanagar („Haus des Lichts“) in Madhya Pradesh (Zentralindien). Hier leben 160 Leprakranke mit ihren Familien. Indische Schwestern vom Augustinerorden betreuen die Menschen medizinisch und sozial. Die Indien-Nothilfe finanziert die Medikamente und das Verbandsmaterial. Wir bauen neue Häuser für die Leprösen und versorgen sie mit Kleidung und Nahrungsmitteln.

Die Indien-Nothilfe finanziert die medizinische
Betreuung der Leprakranken und versorgt sie
mit Lebensmitteln und Kleidung
Mit Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben wir Webstühle gekauft, so dass die Leprakranken jetzt auch durch das Weben von Teppichen einen eigenen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt erwirtschaften.

Sucheeta hat in Harshanagar Weben gelernt.
Durch den Verkauf von Teppichen trägt sie
zum Lebensunterhalt der Familie bei
Eine neue Heimat für Sucheeta
1998 kam Sucheeta mit ihrer Familie in die Leprakolonie Harshanagar. Dies war das Ende eines langen Leidensweges …
1996 wurden Lepraflecken auf ihren Armen festgestellt. Dass sie an Lepra erkrankt war, sprach sich in ihrem Dorf herum wie ein Lauffeuer. Dann folgte das scheinbar Unvermeidliche : Aus Angst vor Ansteckung mieden die Dorfbewohner jeden Kontakt mit ihr. Ihr Mann verlor seine Arbeit als Baumwollpflücker. Ihre beiden Kinder wurden der Schule verwiesen. Eine ausgestoßene Familie. So ging es zwei Jahre. Dann entschloss Sucheeta sich, mit ihrer Familie nach Harshanagar zu gehen.
Hier ist sie keine Ausgestoßene mehr. Sie lebt zusammen mit 280 Menschen, die ein ähnliches Schicksal haben. Die Kranken werden von Schwestern des indischen Augustinerordens betreut. Sucheeta bekommt jetzt regelmäßig Medikamente; die Schwestern fürchten sich nicht, sie zu berühren, ihre Wunden zu verbinden, ihr Trost zuzusprechen. Heute ist sie soweit wieder hergestellt, dass sie an den von der Indien-Nothilfe gekauften Webstühlen arbeiten kann; auch ihr Mann hat hier Arbeit gefunden. Die Kinder besuchen eine Internatsschule.

